{"id":300,"date":"2014-06-06T10:52:58","date_gmt":"2014-06-06T10:52:58","guid":{"rendered":"http:\/\/ib-teni.at\/?p=300"},"modified":"2023-03-20T16:52:42","modified_gmt":"2023-03-20T16:52:42","slug":"luge-warmedammung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ib-teni.at\/?p=300","title":{"rendered":"L\u00fcge W\u00e4rmed\u00e4mmung ?"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>Die gro\u00dfe L\u00fcge von der W\u00e4rmed\u00e4mmung <\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ein immer noch brandaktueller Bericht in <em>Die Welt<\/em> von<em> Richard Haimann<\/em>\u00a0vom 29.03.2013. Es ist\u00a0also vorher (!) zu denken und richtig zu kalkulieren, bevor man tausende von \u20acuronen ausgibt, um\u00a0D\u00e4mmplatten (meist EPS =\u00a0Sonderm\u00fcll) an seine Hausfassade zu kleben, die dann wohl doch nicht den gew\u00fcnschten Effekt erzielen &#8211; von Nachhaltigkeit ist hier schon gar nicht zu sprechen. Zu bedenken ist auch, da\u00df \u00fcber die Au\u00dfenw\u00e4nde nur ca. 15-20%\u00a0 der W\u00e4rmeverluste eines Geb\u00e4udes\u00a0erfolgen, Ma\u00dfnahmen am Dach\/oberster Gescho\u00dfdecke und Fenstern\/Au\u00dfent\u00fcren sind hier weitaus effektiver.<\/span><\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p>Wer D\u00e4mmplatten an seine Fassade klebt, spart Heizkosten \u2013 glauben viele. Doch die Rechnung geht nicht auf. Eine Studie zeigt: Die Kosten der Sanierung \u00fcbersteigen die Einsparungen. Und zwar deutlich.<\/p>\n<p>Ein Osterfest mit eisigem Nordostwind und schneebedeckten B\u00f6den in weiten Teilen Deutschlands. Der Winter scheint in diesem Fr\u00fchjahr kein Ende zu nehmen. Zahlreiche Eigenheimbesitzer haben in den vergangenen Tagen bereits vorsorglich ihren Heiz\u00f6lbestand nachgef\u00fcllt und sind nun \u00fcber die Feiertage am Gr\u00fcbeln: W\u00e4re es nicht sinnvoll, das Haus energetisch auf Vordermann zu bringen? Sollten die Fassaden nicht st\u00e4rker ged\u00e4mmt werden, um Heizkosten zu sparen?<\/p>\n<p>Doch bevor Auftr\u00e4ge an Handwerksbetriebe unterschrieben und D\u00e4mmstoffe geordert werden, lohnt sich ein eingehender Blick in eine neue Studie, die das Forschungsinstitut Prognos f\u00fcr die staatliche F\u00f6rderbank KfW \u00fcber Kosten und Nutzen der Energiewende erstellt hat.<\/p>\n<p>Die Untersuchung kommt n\u00e4mlich zu einem ern\u00fcchternden Ergebnis: Energetische Sanierungen verschlingen mehr Geld, als durch sie eingespart wird.<\/p>\n<p>Selbst die zus\u00e4tzlichen finanziellen Aufwendungen f\u00fcr den Neubau besonders energiesparender Wohngeb\u00e4ude werden sich nicht amortisieren. Die Investitionen lie\u00dfen sich &#8222;nicht allein aus den eingesparten Energiekosten finanzieren&#8220;, schreibt die KfW.<\/p>\n<p>Das Papier ist brisant: Ob Schwarz-Gelb, Rot-Gr\u00fcn oder die gro\u00dfe Koalition \u2013 alle Parteien, die seit der Jahrtausendwende an der Regierung waren, haben sich ein gro\u00dfes Ziel gesetzt. Der Heizenergieverbrauch in deutschen Wohngeb\u00e4uden soll bis 2050 um 80 Prozent gesenkt werden, um die Kohlendioxidemissionen zu reduzieren. Das bei der Verfeuerung fossiler Brennstoffe entstehende Gas steht im Verdacht, das globale Klima zu erw\u00e4rmen.<\/p>\n<p>Immer wieder wurde deshalb die Energieeinsparverordnung (EnEV) versch\u00e4rft. Immer st\u00e4rkere D\u00e4mmungen f\u00fcr Neubauten vorgeschrieben. Seit 1993 wurden nach Angaben des Fachverbands W\u00e4rmed\u00e4mmverbundsysteme 769,1 Millionen Quadratmeter D\u00e4mmplatten an deutsche H\u00e4user geklebt \u2013 eine Fl\u00e4che, die gr\u00f6\u00dfer ist als der Stadtstaat Hamburg.<\/p>\n<p>Doch ob sich die gewaltigen Kosten rechnen, wurde von keiner Regierung untersucht \u2013 bislang. Die Prognos-Studie ist jetzt das erste Rechenwerk. Und sein Ergebnis ist f\u00fcr die Politik katastrophal.<\/p>\n<p>Um die Energieeinsparziele zu erreichen, sind der Studie zufolge bis zum Jahr 2050 &#8222;wohnungswirtschaftliche Investitionen&#8220; \u00fcber insgesamt 838 Milliarden Euro n\u00f6tig. Dadurch k\u00f6nnten jedoch nur &#8222;Energiekosten von 370 Milliarden Euro eingespart werden&#8220;, haben die Prognos-Forscher errechnet.<\/p>\n<p>Unter dem Strich entst\u00fcnde den Eigent\u00fcmern somit ein Gesamtverlust von 468 Milliarden Euro. <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>&#8222;Die Studie zeigt, dass die Energieeinsparauflagen bar jeglicher \u00f6konomischer Vernunft sind&#8220;,<\/strong> <\/span>sagt Thomas Beyerle, Chefresearcher der Immobiliengesellschaft IVG.<\/p>\n<p>Dennoch wendet die Bundesregierung Jahr f\u00fcr Jahr Milliardenbetr\u00e4ge auf, um \u00fcber die KfW mit F\u00f6rdergeldern und zinsg\u00fcnstigen Darlehen die energetische Sanierung bestehender und den Neubau besonders energieeffizienter Wohnh\u00e4user voranzubringen. Allein in diesem und dem n\u00e4chsten Jahr sind daf\u00fcr jeweils 1,8 Milliarden Euro vorgesehen. &#8222;Faktisch ist das eine Verschleuderung von Steuergeldern&#8220;, sagt Beyerle.<\/p>\n<p>Auch Mieter sind betroffen<\/p>\n<p>Das Ergebnis der Studie best\u00e4tigt zugleich Kritiker wie den Architekten Konrad Fischer aus Hochstadt am Main. Sie warnen seit Jahren, die D\u00e4mmung von Fassaden f\u00fchre nicht zu der von Bauwirtschaft und Regierung versprochenen Senkung der Heizenergiekosten. &#8222;Ich kenne kein W\u00e4rmed\u00e4mmsystem, dessen Kosten sich durch eine Energieersparnis in einem \u00fcberschaubaren Zeitraum amortisieren w\u00fcrde&#8220;, sagt Fischer.<\/p>\n<p>Zwar zeigt die Studie auch, dass Investitionen zur Steigerung der Energieeffizienz von Wohngeb\u00e4uden positive volkswirtschaftliche Auswirkungen haben. 200.000 bis 300.000 Arbeitspl\u00e4tze k\u00f6nnten so in der Bauwirtschaft und dem Handwerk bis 2050 gesichert werden. &#8222;Gro\u00dfe Investitionen in den Klimaschutz tragen zu Wachstum und Besch\u00e4ftigung bei&#8220;, sagt KfW-Chefvolkswirt J\u00f6rg Zeuner.<\/p>\n<p>Ganz anders sieht das Researcher Beyerle: &#8222;Nach diesem Argumentationsmuster k\u00f6nnte die Politik auch h\u00f6here Fahrpreise und Kontof\u00fchrungsgeb\u00fchren festschreiben, damit die Bahn keine Mitarbeiter entlassen und Banken ihre Bonuszahlungen nicht reduzieren m\u00fcssen.&#8220; Es gebe keinen Grund, weshalb Eigenheimbesitzer daf\u00fcr zahlen sollten, dass in der Bauwirtschaft Arbeitspl\u00e4tze erhalten blieben.<\/p>\n<p>Betroffen sind jedoch nicht nur Hauseigent\u00fcmer, sondern auch Mieter. Denn sie werden genauso f\u00fcr die Umsetzung der Energiesparziele zur Kasse gebeten. &#8222;Die Kosten f\u00fcr eine Sanierung oder f\u00fcr besonders stark ged\u00e4mmte Neubauten m\u00fcssen sie \u00fcber h\u00f6here Mieten mittragen&#8220;, sagt Beyerle.<\/p>\n<p>Bei jeder Versch\u00e4rfung der EnEV wurden die D\u00e4mmvorgaben f\u00fcr neue Ein- und Mehrfamilienh\u00e4user \u00fcber \u00c4nderungen in der Energieeinsparverordnung um jeweils 30 Prozent angehoben. Das hat die Neubaukosten kr\u00e4ftig in die H\u00f6he getrieben.<\/p>\n<p>Sch\u00e4den schon nach 20 Jahren<\/p>\n<p>Bei einem nach der aktuellen EnEV-Norm errichteten Einfamilienhaus entfallen nach Berechnungen der Deutschen Energieagentur von den Vollkosten von 400 Euro pro Quadratmeter Wohnfl\u00e4che bereits 115 Euro auf die energieeinsparbedingten Mehrkosten. Bei einem besonders effizienten Neubau, der nur 55 Prozent des rechnerisch erlaubten Energieverbrauchs aufweist, steigt der Quadratmeterpreis auf 540 Euro \u2013 von denen 250 Euro auf die zus\u00e4tzlichen Energiesparma\u00dfnahmen entfallen.<\/p>\n<p>Ein Ende der Preissteigerungen ist nicht in Sicht: 2014 und 2016 will Berlin die Anforderungen nochmals um jeweils 12,5 Prozent anheben. &#8222;Damit werden die Baukosten in beiden Jahren um jeweils weitere f\u00fcnf Prozent steigen&#8220;, sagt Axel Gedaschko, Pr\u00e4sident des GDW Bundesverbands Deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, dessen 3000 Mitglieder rund sechs Millionen Wohnungen in Deutschland bewirtschaften.<\/p>\n<p>Dabei habe die Wohnungswirtschaft bereits jetzt &#8222;in den Gro\u00dfst\u00e4dten massive Probleme, bezahlbaren Wohnraum f\u00fcr Familien mit niedrigem Einkommen anzubieten&#8220;, sagt Gedaschko.<\/p>\n<p><strong>Hinzu kommt ein weiteres Problem: D\u00e4mmstoffe haben nur eine begrenzte Haltbarkeit. &#8222;Wir wissen von unseren Mitgliedsunternehmen, dass die D\u00e4mmung an vielen in den 90er-Jahren sanierten oder neu errichteten H\u00e4usern bereits heute \u2013 nach nicht einmal 20 Jahren \u2013 zum Teil Sch\u00e4den zeigt&#8220;, sagt der GDW-Pr\u00e4sident.<\/strong><\/p>\n<p>In vielen F\u00e4llen durchfeuchtet Regenwasser die ged\u00e4mmten Fassaden. Dadurch bilden sich K\u00e4ltebr\u00fccken, die W\u00e4rme aus den Zimmern nach drau\u00dfen leiten. Statt Heizkosten zu sparen, muss mehr Gas oder \u00d6l verbrannt werden.<\/p>\n<p>M\u00fcllhalden f\u00fcr W\u00e4rmed\u00e4mmsysteme?<\/p>\n<p>Damit stellt sich die Frage, ob bei etlichen der nun sanierten oder neu errichteten Wohngeb\u00e4ude nicht bis 2050 die D\u00e4mmung bereits wieder ersetzt werden muss. In diesem Fall k\u00f6nnten die in der Prognos-Studie ermittelten Kosten um etliche Hundert Milliarden Euro weiter in die H\u00f6he schnellen \u2013 der Verlust f\u00fcr die Eigent\u00fcmer w\u00fcrde noch gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<p>Auch der Energieeinspareffekt w\u00fcrde dann deutlich geringer ausfallen. Die meisten W\u00e4rmed\u00e4mmverbundsysteme bestehen aus chemisch veredeltem, aufgesch\u00e4umtem Roh\u00f6l. F\u00fcr Herstellung und Transport werden erhebliche Energiemengen ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Um das Klimaschutzziel zu erreichen, muss gekl\u00e4rt werden, ob D\u00e4mmen \u00f6kologisch \u00fcberhaupt sinnvoll ist&#8220;, sagt G\u00fcnter Vornholz, Professor f\u00fcr Immobilienwirtschaft an der EBZ Business School in Bochum.<\/strong><\/p>\n<p>Zumal die Materialien bislang kaum recycelt werden k\u00f6nnen. &#8222;In wenigen Jahren k\u00f6nnten wir vor dem Problem stehen, riesige M\u00fcllhalden schaffen zu m\u00fcssen, um defekte W\u00e4rmed\u00e4mmverbundsysteme zu entsorgen&#8220;, gibt Beyerle zu bedenken. &#8222;Die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten k\u00f6nnten dann noch viel h\u00f6her ausfallen, als sich bislang erahnen l\u00e4sst.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die gro\u00dfe L\u00fcge von der W\u00e4rmed\u00e4mmung Ein immer noch brandaktueller Bericht in Die Welt von Richard Haimann\u00a0vom 29.03.2013. 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