{"id":288,"date":"2013-12-04T09:37:17","date_gmt":"2013-12-04T09:37:17","guid":{"rendered":"http:\/\/ib-teni.at\/?p=288"},"modified":"2023-03-20T16:52:42","modified_gmt":"2023-03-20T16:52:42","slug":"polystyrol-als-warmedammverbundsystem-eine-nachhaltige-losung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ib-teni.at\/?p=288","title":{"rendered":"Polystyrol als W\u00e4rmed\u00e4mmverbundsystem &#8211; eine nachhaltige L\u00f6sung ?"},"content":{"rendered":"<p>Die hochgelobten und fast fl\u00e4chendeckend eingesetzten W\u00e4rmed\u00e4mmverbundsysteme aus Polystyrol sind lt. den Herstellern &#8222;die L\u00f6sung&#8220; f\u00fcr den Bereich W\u00e4rmed\u00e4mmung, Nachhaltigkeit sowie Geld- und Energieeinsparung. Doch\u00a0neue (und\u00a0teilweise auch schon l\u00e4nger bekannte)\u00a0Ergebnisse\u00a0widersprechen diesen Angaben. Betrachtet man die Polystyrol-WDVS umfassend, ergibt sich ein etwas anderes Bild, als man uns glauben machen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Zur Herstellung von einem Kilo Polystyrol ben\u00f6tigt man\u00a0ungef\u00e4hr f\u00fcnf Kilo Erd\u00f6l.\u00a0Das wird dann an Hausw\u00e4nde geklebt, um (Heiz-) \u00d6l zu sparen.<\/p>\n<p>Die D\u00e4mmplatten und der Au\u00dfenputz sind mit giftigen Algiziden behandelt, um die W\u00e4nde vor Algen zu sch\u00fctzen.\u00a0Diese t\u00f6ten die unerw\u00fcnschten Lebewesen in und an den W\u00e4nden ab. Doch sie werden mit der Zeit ausgewaschen, sickern in den Boden ein und\/oder gelangen in die Kanalisation (die Belastung unserer Gew\u00e4sser spricht eine deutliche Sprache). Und wenn die Chemikalien g\u00e4nzlich ausgewaschen wurden, beginnen Algen und Pilze zu wachsen. Das ist vermutlich recht bald nach Ablauf der vorgeschriebenen Gew\u00e4hrleistungsfristen der Fall (ein Schelm, der B\u00f6ses dabei denkt).<br \/>\nAuch die Lebensdauer der W\u00e4rmed\u00e4mmverbundsysteme ist kurz, ihre Entsorgung problematisch (Sonderm\u00fcll!). Architekt Christoph M\u00e4ckler, Professor f\u00fcr St\u00e4dtebau an der TU Dortmund, findet deutliche Worte: <b><i>&#8222;Ich halte es einfach f\u00fcr unverantwortlich, dass wir solche Systeme heute einsetzen, wohl wissend, dass sie als Sonderm\u00fcll entsorgt werden m\u00fcssen, und zwar nicht von uns, sondern von unseren Kindern und Kindeskindern. Wir schieben die Probleme, die wir heute haben, auf die n\u00e4chsten Generationen. Das ist nicht fair.<\/i><\/b>&#8220;<\/p>\n<p><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Georgia;\"><i>Zu denken geben sollte einem auch die Tatsache, da\u00df die Au\u00dfenw\u00e4nde nur f\u00fcr etwa 15 Prozent der Energieverluste eines unsanierten Hauses verantwortlich sind. <\/i><br \/>\n<\/span><\/span><br \/>\nEs werden auch schon erste Stimmen laut, im Neubausektor W\u00e4rmed\u00e4mmverbundsysteme zu verbieten, da es hier bautechnisch bessere L\u00f6sungen gibt.<br \/>\n<i>Anmerkung: In den USA ist d<\/i><i>ie Verwendung von traditionellen W\u00e4rmed\u00e4mmverbundsystemen (Konventionell wasserdicht hydrophobiertes Kunstharzputz-WDVS mit versiegelten Anschlu\u00dffugen an andere Bauteile) \u00a0auf Holzst\u00e4nderbauwerken im Wohnungsbau durch zwei gro\u00dfe Bauordnungs-Beh\u00f6rden (<\/i><i><a href=\"http:\/\/leg2.state.va.us\/dls\/h&amp;sdocs.nsf\/execsummaryreport\/HD291998\">BOCA &#8211; Building Officials Code Administrators International<\/a> und ICBO &#8211; International Council of Building Officials) nicht erlaubt. Die &#8222;Maryland Casualty Insurance&#8220; &#8211; eine der gr\u00f6\u00dften US-Geb\u00e4udeversicherungen, hat sich entschlossen, WDVS-H\u00e4user wegen ihrer Schadensanf\u00e4lligkeit \u00fcberhaupt nicht mehr zu versichern.<\/i><\/p>\n<p>Und zur Problematik der beigef\u00fcgten Flammschutzmittel in Polystyrold\u00e4mmplatten verweise ich auf die nachfolgende Presse-Information:<\/p>\n<p>Presse-Information 23\/2013 vom 08.05.2013: <b>Weltweites \u201eAus\u201c f\u00fcr Flammschutzmittel HBCD<\/b><\/p>\n<p><i>Verbot wirkt nach einem Jahr \u00dcbergangsfrist<\/i><\/p>\n<p><b>F\u00fcr das Flammschutzmittel HBCD wird ein weltweites Herstellungs- und Anwendungsverbot eingef\u00fchrt. Der Beschluss erfolgt im Rahmen der UN-Chemikalienkonferenzen in Genf. Der Stoff wird in der Stockholmer Konvention \u00fcber persistente organische Schadstoffe, kurz POPs, aufgenommen. HBCD steht f\u00fcr Hexabromcyclododecan. Bislang wurde der Stoff haupts\u00e4chlich in D\u00e4mmplatten eingesetzt. F\u00fcr diesen Einsatzbereich gelten vor\u00fcbergehende Ausnahmeregeln. Ersatzstoffe sind aber bereits vorhanden. Au\u00dferdem l\u00e4sst sich HBCD durch den Einsatz alternativer D\u00e4mmmaterialien wie Mineralwolle vermeiden. Das Umweltbundesamt (UBA) begr\u00fc\u00dft die Entscheidung. Jochen Flasbarth, Pr\u00e4sident des UBA: \u201eEs ist ein gro\u00dfer Erfolg, dass das f\u00fcr die Umwelt sch\u00e4dliche Flammschutzmittel HBCD nun weltweit nicht mehr produziert und verwendet werden darf. Das ist nur konsequent. Die EU hat den Stoff bereits unter REACH als besonders besorgniserregend eingestuft.\u201c <\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die hochgelobten und fast fl\u00e4chendeckend eingesetzten W\u00e4rmed\u00e4mmverbundsysteme aus Polystyrol sind lt. den Herstellern &#8222;die L\u00f6sung&#8220; f\u00fcr den Bereich W\u00e4rmed\u00e4mmung, Nachhaltigkeit sowie Geld- und Energieeinsparung. 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